Am 2. Juni 2000 um 03:39 Uhr wurde die
Feuerwehr Kaltenkirchen mit der folgenden Meldung alarmiert:
FeuGr,
Kaltenkirchen, Am Markt 3, Reetdachhaus
Folgende Einsatzkräfte
waren im Einsatz:
80/11, 80/19, 80/23,
80/32, 80/44/1, 80/44/2, 80/45, 80/52, 80/54, Kater 2, Kater 2/01, FF
Alveslohe, FF Henstedt-Ulzburg, FF Kisdorf, FF Oersdorf, FF Schmalfeld,
Florian Segeberg 90/24 (FF Norderstedt), Florian Pinneberg 70/24 (FF
Quickborn), THW Kaltenkirchen, DRK Kaltenkirchen (SEG), Polizei
| Eckdaten des Einsatzes: | |
| 03:39 h: | Vollalarm für die FF Kaltenkirchen |
| 03:43 h: | Sirenenalarm für Kaltenkirchen |
| 03:44 h: | Es wird der 2. Alarm ausgelöst. Somit werden die Wehren Alveslohe, Henstedt-Ulzburg, Kisdorf, Oersdorf und Schmalfeld und die SEG Kaltenkirchen alarmiert. |
| 03:53 h: | Rückmeldung von Einsatzleiter: Dach des Reetdachhauses hat durchgezündet |
| 03:55 h: | Anforderung der TLF 24/50 aus Norderstedt und Quickborn |
| 04:26 h: | Alarm für das THW Kaltenkirchen |
| 17:15 h: | Einsatzende für die Feuerwehr |
Einsatz Nr.: 60
Anzahl Einsatzkräfte: 311
Einsatzleiter: Thomas Schwedas-Kassebaum
Das schönste Reetdachhaus ein Opfer der Flammen
Kaltenkirchen - "Das Strohdachhaus", wie es im Volksmund liebevoll genannt wurde, ist gestern Morgen ein Raub der Flammen geworden. Kaltenkirchens repräsentativstes Gebäude am Kleinen Markt brannte trotz eines Großeinsatzes zahlreicher Feuerwehren bis auf die Grundmauern nieder. Die Kriminalpolizei Bad Segeberg, die die Ermittlungen übernommen hat, geht davon aus, dass Brandstiftung die Ursache des Großfeuers ist. Sie beziffert den Schaden auf 1,8 Millionen Mark. In dem historischen Gebäude waren zwei Arztpraxen, ein Foto- und ein Bekleidungsgeschäft sowie eine Privatwohnung untergebracht. mehr...
Strohdachhaus am Grünen Markt abgebrannt
Kaltenkirchen (zb) – Erneut hat Kaltenkirchen den Verlust eines historischen und ortsprägenden Hauses zu beklagen. Mit Trauer und Betroffenheit standen die Bürgen am Grünen Markt und blickten auf die vergeblichen Rettungsversuche der Feuerwehr. Das große Strohdachhaus war am frühen Freitagmorgen vergangener Woche ein Raub der Flammen geworden.
Reet war nicht zu löschen
Gegen 3.30 Uhr wurde die Wehr alarmiert, nachdem bei der Einsatzleitstelle ein Anruf einer Passantin eingegangen war. Wie Thomas Schwedas-Kassebaum, Wehrführer der Kaltenkirchener Feuerwehr und Einsatzleiter, berichtete, war er mit seinen Leuten bereits wenige Minuten später an der Brandstelle. Kurz zuvor waren bereits Polizeibeamte vor Ort eingetroffen. Sie versuchten zunächst, das erst glimmende Feuer an der Giebelfront oberhalb des Fotogeschäftes mit dem Feuerlöscher aus dem Streifenwagen zu bekämpfen. Dann breitete sich in Sekundenschnelle der Brand über die gesamte Firstlänge aus. „Mit einem Puff durchgezündet“, erklärte Wehrführer Schwedas-Kassebaum. Im Nu standen die Feuerwehrleute in dichtem, schwarzen Qualm. Ein Feuerwehrmann zog sich dabei eine Rauchvergiftung zu und musste ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Aufgrund des Ausmaßes des Brandes forderten die Kaltenkirchener Feuerwehrleute Unterstützung von anderen Wehren, des Technischen Hilfswerkes, des Deutschen Roten Kreuzes und von der Firma Brockmann an. Am Vormittag begann man damit, das immer wieder aufflammende und qualmende Reetdach und die verkohlten Dachbalken mit technischem Gerät vorsichtig abzutragen. Am Boden wurde erneut mit dem Wasserrohr in das glühende Stroh gehalten, um alle Brandnester zu löschen. Die Abräumarbeiten wurden mit äußerster Vorsicht durchgeführt, um nach Möglichkeit die Mauern im Erdgeschosses nicht zu beschädigen und so unter Umständen einen möglichen Aufbau des Hauses aus den historischen Mauern wieder zu ermöglichen. Insgesamt waren über 220 Feuerwehrleute und die anderen Hilfsdienste an den Lösch- und Aufräumarbeiten, die den ganzen Tag andauerten, beteiligt. Die umfangreichen Absperrungen führten teilweise zu einem Verkehrschaos in der Stadt.
Wieder Brandstiftung
Der Schaden wird auf rund 1,8 Millionen Mark beziffert. In dem Gebäude befanden sich neben einer Wohnung ein Foto- und ein Textilgeschäft sowie zwei Arztpraxen. Aus der kiefernorthopädischen Fachpraxis konnten Feuerwehrleute Gipsabdrücke und Software retten. Nach den bisherigen Ermittlungen der Kriminalpolizei ist von Brandstiftung auszugehen. Vermutungen einiger Bürger, er könne sich um denselben Brandstifter handeln, der im September das Bürgerhaus angesteckte, wurden nicht bestätigt.
Die Kriminalpolizei bittet Zeugen, die sich zur Brandzeit im Bereich des Objektes aufgehalten oder verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich mit der Kriminalpolizei Bad Segeberg, Telefon 04551-884-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.
Quelle:
UMSCHAU
erschienen am
7. Juni 2000
Bereits im 16. Jahrhundert hat an dieser Stelle ein Bauernhaus gestanden, das während des großen Kaltenkirchener Feuersturms 1801 vernichtet wurde. An gleicher Stelle wurde wieder eine Hofstelle errichtet, die um die Jahrhundertwende auf die jetzige Größe erweitert wurde. 1931 kam das Haus in den Besitz von Dr. Hamdorf und gehört heute seiner Tochter Antje Gussmann, die seit vielen Jahren dort einen Modeladen betreibt.
Quelle:
UMSCHAU
erschienen am
7. Juni 2000