Jahresbericht 1994
1. Mitglieder
2. Ausbildungsstand
3. Einsätze
4. Dienstplan
5. Veranstaltungen
6. Zusammenarbeit mit Kaltenkirchener Vereinen und
befreundeten Verbänden
Abschließende Bemerkungen
Die Freiwillige Feuerwehr Kaltenkirchen hatte
am 31.12.1994 folgenden Personalstand:
4 Ehrenmitglieder, 67 Aktive Kameraden, 37 Jugendfeuerwehrleute, 559 Passive
Mitglieder
Bedingt durch einen Wohnortwechsel, beziehungsweise aus gesundheitlichen Gründen, verließen die Kameraden Sönke Voßbeck, Jeß-Hinrich Schmidt und Manfred Wohler die Wehr.
Aus der Jugendfeuerwehr wurde der Kamerad Mike Mai-Luong übernommen und zum Feuerwehrmann befördert.
Auch im Berichtsjahr 1994 haben sich wieder Kameraden der Wehr als Ausbilder zur Verfügung gestellt, so daß unter anderem auf Gruppen- und Wehrdiensten, sowie auf den Sonderdiensten, wie der Atemschutz-, Drehleiter-, Gefahrgut-, Rüstwagen- und der Maschinisten- und Fahrerausbildung aus- bzw. weitergebildet werden konnte. Hier gilt der Dank allen Ausbildern der Wehr.
Ebenfalls danken sollten wir dem Jugendwart der Jugendfeuerwehr Thomas Schwedas-Kassebaum und seinen aktiven Helfern, die sich auch 1994 wieder der Betreuung und Ausbildung der Jugendfeuerwehr gewidmet haben. Wahrlich keine leichte Aufgabe, wenn man bedenkt, daß dort mittlerweile 40 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 18 Jahren ihren Dienst verrichten.
Um die Aus- und Weiterbildungen innerhalb der Wehr durchführen und um den aktuellsten Stand weitergeben zu können, war es auch im abgelaufenen Berichtsjahr notwendig, daß Kameraden an Lehrgängen beim Kreisfeuerwehrverband, an der Landesfeuerwehrschule in Harrislee, beim DLRG und an der Katastrophenschutzschule in Ahrweiler teilgenommen haben.
Folgende Lehrgänge wurden besucht:
Atemschutz: Jörn Ehrke
Gefährliche Stoffe und Güter, Teil 1: Guido Habeck, Ingo Rheder
Truppführer: Roman Koch, Ingo Rheder, Jan-Olav Seegmüller
Motorsägen: Guido Habeck, Ingo Rheder
Maschinisten: Jan-Olav Seegmüller
Leinenführer: Stefan Paululat
Brandverhütung: Dirk Krell
Jugendwart: Dirk Krell
Gruppenführer 1: Holger Gebauer, Volker Bruno Mohr
Gruppenführer 2: Holger Gebauer, Holger Hensel, Volker Bruno Mohr
Anlegen und Durchführen von Übungen: Hans-Peter Schultheiß
Allen Lehrgangsteilnehmern herzlichen Dank dafür, daß Sie neben den normalen Ausbildungsdiensten und dem Einsatzgeschehen auch hierfür noch Zeit gefunden und Ihre Freizeit für den Brandschutz geopfert haben.
1994 mußte die Wehr zu 121 Einsätzen ausrücken. Davon wurden 39 Einsätze an Wochentagen in der Zeit von 7:00 bis 17:00 Uhr, 44 in der Zeit von 17:00 bis 7:00 Uhr und an den Wochenenden und an Feiertagen 36 Einsätze gefahren. 1730 Kameraden waren dabei 112 Stunden an Einsätzen beteiligt.
Auf unser Gemeindegebiet entfielen 109 Einsätze, nachbarschaftliche Löschhilfe wurde von uns 12 mal gefordert und durchgeführt.
Die Einsätze gliedern sich wie folgt auf:
30
Kleinbrände,
8 Mittelbrände,
7 Großbrände
Darunter waren auch 9 Kraftfahrzeug- und 7 Containerbrände zu verzeichnen.
Durch den warmen Sommer hatten alle Feuerwehren verstärkt mit Getreidefeld- und Waldbränden zu tun. Dabei hat es sich ausgezahlt, daß viele Landwirte, sowie auch der Bauhof der Stadt, Güllewagen mit Wasser in Bereitstellung hatten. Diese waren bei Einsätzen sehr schnell an den Einsatzorten, so daß die Tank- und Löschfahrzeuge nicht zum Wasser auffüllen aus dem Einsatzgeschehen herausgelöst werden mußten. Der Nachteil bei diesen sehr hilfreichen Aktionen ist nur der hohe Wasserverbrauch. So wurde bei einem der Einsätze 150.000 Liter Wasser verbraucht. Hier gilt unser besonderer Dank allen Landwirten, die uns und unseren Nachbarwehren zur Verfügung standen.
Technische Hilfe wurde unter anderem bei 7 Verkehrsunfällen geleistet. 13 Menschen konnten von uns aus Notsituationen gerettet, 2 leider nur tot geborgen werden.
Nicht in diesen Zahlen aufgeführt sind die Verletzten und Toten, die bei dem schweren Zugunfall der AKN am 29. September in Bad Bramstedt durch uns gerettet bzw. geborgen wurden. Hierbei ist den Kameraden Dank und Anerkennung auszusprechen, die bis an die körperlichen aber auch bis an die psychischen Grenzen belastet wurden. Bilanz dieses schrecklichen Einsatzes: 6 Tote und 80 Verletzte, davon 20 Schwerverletzte.
Sturm- und Wasserschäden, sowie sonstige Hilfeleistungen erforderten 43 mal unseren Einsatz. 4 Ölspuren wurden durch uns abgestreut und 11 mal wurde von uns Öl und Benzin aufgenommen.
Unter den Punkt Verschiedenes fielen 7 Einsätze.
Einen festen Bestandteil in der Einsatzstatistik haben Fehlalarme, die durch Brandmeldeanlagen ausgelöst werden. Davon hatten wir im vergangenen Jahr 19 zu verzeichnen.
Obwohl bereits einige der Betroffenen sich einem einheitlichen Schließsystem, das es seit 1994 in Kaltenkirchen gibt, für solche Notfälle angeschlossen haben, wäre es schön, wenn weitere Firmen und öffentliche Einrichtungen diesem Beispiel folgen würden. Schäden die bei dem Eindringen von Einsatzkräften auftreten, könnten sich, ebenso wie ein Zeitgewinn, positiv auswirken.
Verbraucht wurden bei Einsätzen 40 Sack Bindemittel, 200 l Schaummittel und 127.000 l Atemluft. Schläuche wurden auf einer Länge von 4470 m ausgerollt.
Folgende Dienste wurden 1994 durchgeführt:
13 Arbeitstagungen des Vorstandes (sowie 1 Sitzung mit dem Magistrat der
Stadt),
1 Jahreshauptversammlung,
11 Wehrdienste,
1 Alarmübung,
41 Gruppendienste,
4 Drehleiterausbildungen,
3 Gefahrgutausbildungen,
2 Maschinisten- und Fahrerausbildungen,
3 Rüstwagenausbildungen,
1 Atemschutzausbildung in Tinglev/Dänemark
Bei mehreren Großübungen wurde mit anderen Wehren des Kreises, mit haupt- und ehrenamtlichen Kräften vom DRK, dem THW und der DLRG zusammengearbeitet.
Diese Übungen haben ihren Teil dazu beigetragen, daß bei Einsätzen im Berichtsjahr 1994 das Zusammenspiel mit anderen Organisationen sehr gut geklappt hat. Hier seien nicht nur die Großfeuer gemeint, die wir beispielsweise in Alveslohe mitbekämpft haben, sondern insbesondere der Einsatz beim Zugunfall in Bad Bramstedt.
Eine dieser Großübungen fand am 27. August im Alten- und Pflegeheim am Ehrenhain statt. Die vom Wehrführer und seinem Stellvertreter ausgearbeitete Übung forderte nicht nur die Kräfte der Nachbarwehren, sondern auch die, der kurz zuvor gegründeten Arbeitsgemeinschaft der ortsansässigen Rettungsdienste, sowie die Rettungsleitstelle, die unter anderem für die Bereitstellung von zahlreichen Rettungswagen verantwortlich war.
Ein besonderes Ereignis war für viele Kameraden die Fahrt nach Tinglev/Dänemark. Dort wurden sie bereits von Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr aus Hellevad empfangen, um gemeinsam auf einem realitätsnahem Gelände - es steht dort ein ganzes Dorf für Feuerwehrübungen zur Verfügung - verschiedene Übungen durchzuführen. Höhepunkt der Übungen war der Hitzetest in einem Brandhaus, indem, wie auch schon auf manchen Einsätzen, das eine oder andere Visier verschmolz. Unser Dank für die Ausarbeitung gilt, neben den dänischen Kameraden, auch unserem Kameraden Werner Steenbuck.
Diese und andere Übungen und Einsätze verlangten auch im letzten Jahr wieder sehr viel Arbeit von unseren Atemschutzgerätewarten Claus Liebe und Uwe Schönhoff, die neben 179 Masken und 16 Vollschutzanzügen, auch noch alle eingesetzten Atemschutzgeräte nach jeder Übung und nach jedem Einsatz prüfen mußten.
Unser Dank gilt ebenfalls den Kameraden vom Technischen Dienst, mit dem Gerätewart Volker Mohr an der Spitze. Diese Gruppe hat, neben der hauptamtlichen Arbeit von Herrn Mohr, die Fahrzeuge und Gerätschaften der Wehr in einen tadellosen Zustand gebracht.
Die Fahrzeuge legten im vergangenem Jahr 20.865 km zurück, wovon alleine der Kleinbus fast 9000 km und der Einsatzleitwagen rund 4300 km gefahren sind. Die Fahrzeuge der Technischen Einsatzleitung fuhren zusätzlich 5.424 km. Auch hier legte mit 3904 km der Kleinbus die größte Strecke zurück.
Folgende Veranstaltungen wurden im vergangenen Berichtsjahr durchgeführt:
08.01.94 Grünkohlessen in Tietjes Gasthof in Nützen,
26.06.94 Fahrradrallye,
09.07.94 Grillfest an der Feuerwache,
26.08.94 Treffen der Ehrenmitglieder,
24.09.94 Herbstfest,
30.09.94 Laternenfest mit Umzug durch Kaltenkirchen,
07.10.94 Wahl des Gemeindewehrführers und seines Stellvertreters,
11.11.94 Preisskat und Knobelabend,
11.12.94 Kinderweihnachtsfeier,
15.12.94 Weihnachtsfeier der Wehr
Wichtig war die Wahl eines neuen Gemeindewehrführers und die seines Stellvertreters. Hier hatte sich, neben dem Amtsinhaber Jürgen Wagner, der Kamerad Thomas Schwedas-Kassebaum zur Verfügung gestellt. Bei der sehr knappen Wahl - sie wurde nur mit einer Stimme Mehrheit gewonnen - siegte der Kamerad Jürgen Wagner. Als Stellvertreter wurde Horst Wittorff im Amt bestätigt.
Herausragend war, neben den vielen schon sehr trationsreichen Veranstaltungen, sicherlich das Treffen der Ehrenmitglieder aus Kaltenkirchen und dem Amt Kaltenkirchen-Land. Dieses von Otto Bendowski organisierte Treffen, hat nach langer Zeit mal wieder die verdienten Kameraden der Ehrenabteilungen zusammengebracht und Ihnen einen schönen Abend beschert, bei dem man sich gerne an die gute Alte Zeit erinnerte.
Unser Dank gilt aber auch den Kameraden des Festausschusses, die uns auch im abgelaufenen Berichtsjahr wieder aufs Beste versorgt haben und uns mit Ihren Ideen die eine oder andere schöne Stunde ermöglichten.
6. Zusammenarbeit mit Kaltenkirchener Vereinen und befreundeten Verbänden
Wie bereits in den vergangenen Jahren nahmen die Kameraden der Wehr auch im
letztem Jahr wieder an zahlreichen Veranstaltungen teil. Unter anderem am
Marsch um den Segeberger See, am Schützenfest, an der Fahrzeugrallye des
Kreisfeuerwehrverbandes, am Kreisfeuerwehrverbandstag, an einer 2-Tage Übung
der 9. Feuerwehrbereitschaft, am Vergleichsschießen der Stadt, an der
Motorcrossveranstaltung Onkel Tom’s Hütte, sowie am Stadtlauf der KT.
Zum Schluß des Jahresberichtes möchten wir es nicht versäumen den Verantwortlichen der Stadt, allen voran der Bürgervorsteherin Frau Amthor und dem Bürgermeister Herrn Zobel, dem Magistrat und der Stadtvertretung, aber auch den Damen und Herren der Verwaltung, die für uns im Rathaus immer ein offenes Ohr haben, unseren Dank auszusprechen.
Erwähnt werden soll hier besonders die Anschaffung eines Gerätewagens Gefahrgut, der uns 1994 zur Verfügung gestellt werden konnte. Dieses war aufgrund der immer enger werdenden Finanzsituation sicherlich ein schwerer Schritt, da auch noch ein Großteil der Kosten von der Stadt selbst finanziert werden mußte.
Das weitere Neu- und Ersatzbeschaffungen in den nächsten Jahren auf die Stadt zukommen, mag den einen oder anderen Steuerzahler sicherlich nachdenklich machen, jedoch beweist uns die Realität leider immer wieder, daß diese Investitionen notwendig sind. Bei dem AKN Einsatz wurden beispielsweise fast alle Geräte vom Rüstwagen in Einsatz gebracht.
Kosten konnten aber auch durch die Arbeit von einigen Kameraden eingespart werden, die neben dem Bau einer sehr schönen Terrasse, auch die Funkraum in Eigeninitiative umbauten. Alleine für den Terrassenbau wurden 294 Stunden aufgewendet.
Interessant ist an dieser Stelle sicherlich auch die Tatsache, daß es der Wehrführer verstand, aus den Wehren der Ämter Kaltenkirchen-Land und Kisdorf sowie aus den Städten Bad Bramstedt und Kaltenkirchen, 25 Kameraden zu finden, die zum Teil nur für die Feuerwehr an einem Klasse II Führerscheinkursus teilnahmen. Auch wenn ein Sonderpreis für die Teilnehmer ausgehandelt werden konnte, mußte doch noch weit über 2000 DM aus eigener Tasche bezahlt werden. Ob dies auch für die Zukunft ein gangbares Modell sein wird, möchte ich hier persönlich in Frage stellen, sieht man doch, daß in der Wehr die Zahl der Klasse II Führerscheininhaber deutlich zurückgeht.
Bedanken möchten wir uns auch bei der Polizei, dem DRK, dem THW, der DLRG und allen anderen Verbänden, die mit uns gemeinsam arbeiten.
Der größte Dank für die geleistete Arbeit im Jahr 1994 gilt aber wieder den
Kameraden aus der Wehr und den Kameraden aus der Jugendfeuerwehr. Mögen
diese auch 1995 nicht Müde werden und zum Wohle aller Bürger, EHRENAMTLICH
und FREIWILLIG, wieder viele Aufgaben übernehmen und bewältigen.
Kaltenkirchen, den 31. Dezember 1994
Jürgen Wagner, HBM (Gemeindewehrführer), Holger Gebauer, LM (Schriftwart)