Jahresbericht 1995
1. Mitglieder
2. Ausbildungsstand
3. Einsätze
4. Dienstplan
5. Veranstaltungen
6. Zusammenarbeit mit Kaltenkirchener Vereinen und befreundeten Verbänden
Abschließende Bemerkungen
Die Freiwillige Feuerwehr Kaltenkirchen hatte
am 31.12.1995 folgenden Personalstand:
6 Ehrenmitglieder, 73 Aktive Kameraden, 38 Kameradinnen und Kameraden in der
Jugendfeuerwehr, 561 Passive Mitglieder
Im Berichtsjahr wechselten die Kameraden Helmut Knop, Gerhard Schwedas und Wilhelm Sierk in die Ehrenabteilung. Leider verstarb kurze Zeit später, nach 33 Jahren aktiver Mitgliedschaft, unser Ehrenmitglied Helmut Knop.
Neu hinzu kamen die Kameraden Jörg Grabowski, Fritz Haberlah, Thomas Hansen-Jäckel, Olaf Jurmann, Martin Krüger, Reiner Militzer, Bastian Schreiner, Manfred Schulze, Frank Sombrutzki, Tino Streck und Malte Zelasek.
Aus der Jugendfeuerwehr wurden die Kameraden Andreas Hoch, Heiko Kleist und Christian Reiser übernommen und zum Feuerwehrmann befördert.
Die Kameraden Thomas Czekalla, Ingo Rheder und Reiner Militzer verließen im abgelaufenen Berichtsjahr die Wehr.
Die Zahl der passiven Mitglieder blieb relativ konstant, obwohl es hier wünschenswert wäre, wenn sich deren Zahl deutlich steigern ließe.
Im Berichtsjahr 1995 wurde auf Gruppen- und Wehrdiensten, sowie auf den Sonderdiensten, wie der Atemschutz-, Drehleiter-, Gefahrgut-, Rüstwagen- und der Maschinisten- und Fahrerausbildung, aus- bzw. weitergebildet. Hier gilt der Dank allen Ausbildern der Wehr, die wie jedes Jahr zusätzliche Zeit in diese Aufgabe investierten.
Unser Dank gilt auch den Jugendfeuerwehrwarten Thomas Schwedas-Kassebaum und Dirk Krell, den Stellvertretern Danyel Leuschner und Heiko Kleist, sowie allen aktiven Helfern, die sich 1995 wieder der Betreuung und Ausbildung der Jugendfeuerwehrkameradinnen und kameraden gewidmet haben. Hier gab es zum ersten Mal seit dem Bestehen der Wehr weibliche Mitglieder, die aber ohne Probleme in die Reihen der männlichen Kameraden eingegliedert werden konnten.
Damit die Aus- und Weiterbildungen innerhalb
der Wehr, sowie auf Kreisebene bei Lehrgängen des Kreisfeuerwehrverbands
aktuell durchgeführt werden können, war es auch im abgelaufenen Berichtsjahr
notwendig, daß Kameraden an Lehrgängen beim Kreisfeuerwehrverband, an der
Landesfeuerwehrschule in Harrislee, an der Landesfeuerwehrschule in Hamburg
und an der Katastrophenschutzschule in Ahrweiler teilgenommen haben.
Folgende Lehrgänge wurden besucht:
Atemschutz: Andreas Hoch, Christian Reiser
Gefährliche Stoffe und Güter, Teil 1: Torben Lange
Gefährliche Stoffe und Güter, Teil 2: Holger Gebauer, Stefan Paululat
Truppführer: Heiko Kleist
Motorsägen: Jan Hertes, Manfred Schulze, Thomas Schwedas-Kassebaum
Sprechfunk: Bernd Bendowski, Tino Streck, Malte Zelasek
Vorbereitungslehrgang für Jugendwarte: Heiko Kleist
Brandschutzerziehung: Bernd Bendowski, Dirk Krell
Gerätewart: Bernd Bendowski
Atemschutzgerätewart: Uwe Schönhoff
Gruppenführer 1: Thorsten Hensel, Dirk Krell, Stefan Paululat
Gruppenführer 2: Dirk Krell, Stefan Paululat
Patientengerechte Rettung aus PKW: Kurt Göttsche
Menschenführung im Katastrophenschutz : Hans-Peter Schultheiß
Sprengen für Angehörige des Katastrophenschutzes: Hans-Peter Schultheiß
Allen Lehrgangsteilnehmern herzlichen Dank dafür, daß Sie neben den normalen Ausbildungsdiensten und dem Einsatzgeschehen auch hierfür noch Zeit gefunden und Ihre Freizeit für den Brandschutz geopfert haben.
1995 mußte die Wehr zu 130 Einsätzen ausrücken. Davon wurden 52 Einsätze an Wochentagen in der Zeit von 7:00 bis 17:00 Uhr, 36 in der Zeit von 17:00 bis 7:00 Uhr und an den Wochenenden und an Feiertagen 42 Einsätze gefahren. 2534 Kameraden waren dabei 124 Stunden an Einsätzen beteiligt.
Auf unser Gemeindegebiet entfielen 115 Einsätze, nachbarschaftliche Löschhilfe wurde von uns 15 mal gefordert und durchgeführt.
Die Einsätze gliedern sich wie folgt auf:
37
Kleinbrände,
11 Mittelbrände,
10 Großbrände
Darunter waren auch 14 Kraftfahrzeug- und 7 Containerbrände zu verzeichnen.
Der lang anhaltende Sommer war sicherlich die Ursache für viele Flächen- und Waldbrände. Unter anderem rückte die Wehr Kaltenkirchen zusammen mit der Wehr Alveslohe zu einem ca. 18.000 m² großen Flächenbrand auf dem Truppenübungsplatz in Moorkaten aus. Hier konnte durch das schnelle und umsichtige Eingreifen von drei Bergepanzern der Bundeswehr - sie schlugen eine Schneise - das Schlimmste gerade noch verhindert werden. Ebenso hilfreich war hier die Bereitstellung von fünf Güllewagen, die in der heißen Jahreszeit von unseren Landwirten mit Wasser befüllt werden.
Dreimal rückte der Löschzug-Gefahrgut zu Einsätzen aus. Hier stand hauptsächlich die Erkundung von Schadstoffen im Vordergrund. Bei dem größten der 3 Einsätze, an einem Angelteich im Gemeindegebiet Lentföhrden, wurden einige unbekannte Fässer gefunden. Eine schnelle Probenentnahme durch einen Trupp im Chemieschutzanzug und eine anschließende Analyse in einem anerkannten Labor in Lübeck, brachte nach kurzer Zeit das Ergebnis. Es handelte sich um den Stoff Trichlorethylen, was anschließende Messungen mit entsprechenden Prüfröhrchen bestätigten.
Technische Hilfe wurde unter anderem bei folgenden Einsätzen geleistet:
Bei Verkehrsunfällen wurden 5 Personen von uns lebend aus Kraftfahrzeugen
gerettet. 3 Personen wurden aus Fahrstühlen befreit und fünfmal öffneten wir
Türen.
Zu Sturm- und Wasserschäden, sowie zu sonstigen Hilfeleistungen wurden wir 14 mal gerufen. Dazu gehörte auch eine Amtshilfe für die Polizei, bei der mit unserer Seilwinde ein Tresor aus einem Waldgebiet geborgen werden konnte.
5 Ölspuren wurden durch uns abgestreut und 8 mal wurde von uns Öl und Benzin nach Verkehrsunfällen aufgenommen.
Sicherheitswachen wurden von uns bei 2 Veranstaltungen, dem 2 Tage-Rennen Onkel-Tom’s-Hütte und dem Jahrmarkt, durchgeführt.
Einen festen Bestandteil in der Einsatzstatistik haben Fehlalarme, die zunehmend durch Brandmeldeanlagen ausgelöst werden. Hiervon hatten wir im abgelaufenen Jahr 27 zu verzeichnen, von denen 3 sogar böswillig waren.
Hier wäre es wünschenswert wenn sich kurzfristig weitere Firmen und gerade auch öffentliche Einrichtungen dem einheitlichen Schließsystem der Stadt anschließen würden, das es seit 1995 in Kaltenkirchen gibt. Dieses ermöglicht der Feuerwehr und in einigen Bereichen auch dem Rettungsdienst den Zugang zu den Gebäuden. Schäden die bei dem Eindringen von Einsatzkräften auftreten, könnten sich, ebenso wie ein Zeitgewinn, positiv auswirken.
Verbraucht wurden bei Einsätzen 57 Sack Bindemittel, 300 l Schaummittel und 176.400 l Atemluft. Schläuche wurden auf einer Länge von 6420 m ausgerollt.
Folgende Dienste wurden 1995 durchgeführt:
12 Arbeitstagungen des Vorstandes (sowie 1 Sitzung mit dem Magistrat der
Stadt),
1 Jahreshauptversammlung,
1 Außerordentliche Mitgliederversammlung,
12 Wehrdienste,
1 Jahreshauptübung,
41 Gruppendienste,
4 Drehleiterausbildungen,
4 Gefahrgutausbildungen,
3 Maschinisten- und Fahrerausbildungen,
4 Rüstwagenausbildungen,
1 Atemschutzausbildung in Tinglev/Dänemark
Auch 1995 haben wir wieder mit diversen Wehren des Kreises, mit haupt- und ehrenamtlichen Kräften vom DRK, dem THW und der DLRG zusammengearbeitet.
Erwähnt werden soll hier stellvertretend eine Übung mit der DLRG, bei der eine Zisterne von Tauchern der DLRG gereinigt werden konnte.
Nicht zum ersten Mal und hoffentlich auch nicht zum letzten Mal durften wir in Tinglev/Dänemark wieder eine Atemschutzübung durchführen. Erneut haben die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr aus Hellevad alles Notwendige vorbereitet, so daß wir gemeinsam mehrere Übungen durchführen konnten. Höhepunkt der Übungen war wie schon im Vorjahr der Hitzetest in einem Brandhaus. Unser Dank für die Ausarbeitung gilt, neben den dänischen Kameraden und deren Frauen, die sich hervorragend um das leibliche Wohl kümmerten, auch unserem Kameraden Werner Steenbuck.
Einsätze und Übungen verlangten auch im letzten Jahr wieder sehr viel Arbeit von unseren Atemschutzgerätewarten Claus Liebe und Uwe Schönhoff, die neben 186 Masken und 27 Vollschutzanzügen, auch noch alle eingesetzten Atemschutzgeräte nach jeder Übung und nach jedem Einsatz prüfen mußten. Es wurden dabei insgesamt 330.400 l Atemluft verbraucht.
Die Gerätewarte Volker B. Mohr und Bernd Bendowski, sowie deren Helfer vom Technischen Dienst, haben unsere Fahrzeuge und Ausrüstungen wieder in einen guten Zustand gebracht, so daß wir auch weiterhin davon ausgehen können, daß uns unser Material auch jederzeit einsatzbereit zur Verfügung steht. Da die ehrenamtlichen Gerätewarte zu dieser Jahreshauptversammlung aus ihren Ämtern ausscheiden, gilt auch Ihnen unser besonderer Dank, da diese Aufgabe sicherlich die mit dem größten Arbeitsaufwand ist.
Die Fahrzeuge legten im vergangenem Jahr 15.897 km zurück, wovon alleine der Kleinbus fast 10.000 km gefahren ist. Die Fahrzeuge der Technischen Einsatzleitung fuhren zusätzlich 3961 km.
Folgende Veranstaltungen wurden im vergangenen Berichtsjahr durchgeführt:
07.01.95 Grünkohlessen in Tietjes Gasthof in Nützen,
29.04.95 Maifest in der Feuerwache,
08.06.95 Wahl eines neuen Jugendfeuerwehrwartes,
24.06.95 Grillfest an der Feuerwache,
23.09.95 Jahreshauptübung der Wehr am kleinen Markt,
29.09.95 Laternenfest mit Umzug durch das Neubaugebiet am Hochfeld,
10.11.95 Preisskat und Knobelabend,
10.12.95 Kinderweihnachtsfeier,
14.12.95 Weihnachtsfeier der Wehr
Nachdem der Kamerad Thomas Schwedas-Kassebaum 8 ½ Jahre das Amt des Jugendfeuerwehrwartes mehr als notwendig in vorbildlicher Weise ausübte, übernahm nun der Kamerad Dirk Krell dieses Amt und die nicht sehr leichte Aufgabe.
Im Sommer veranstalteten wir wieder ein Grillfest für die Einwohner von Kaltenkirchen und deren Umgebung. Neben einigen Spielen für die Kinder, wurde auch an das leibliche Wohl der Mitbürger gedacht. Für die musikalische Untermalung sorgte die Feuerwehrkapelle Ellerau.
Da das Grünkohlessen wahrscheinlich den Höhepunkt unser festlichen Veranstaltungen bildet, sollten wir hier den Kameraden des Festausschusses, einmal dafür danken, daß wir jedes Jahr aufs Neue mit lustigen Darstellungen überrascht werden. Im vergangenen Jahr war es der hervorragend gespielte 90. Geburtstag von Miss Sophie.
Einfallsreichtum, gute Organisation und nicht zuletzt die hervorragende Verköstigung, zeichneten erneut den Festausschuß und seine freiwilligen Helfer aus. Hierfür möchte ich im Namen der Wehr meinen Dank aussprechen.
6. Zusammenarbeit mit Kaltenkirchener Vereinen und befreundeten Verbänden
Im Berichtsjahr gab es mit der Gründung eines Rettungsverbandes in Kaltenkirchen eine Neuerung im Stadtgeschehen. Diesem gehören alle städtischen Verbände und Organisationen an. Geplant sind nicht nur Übungen, sondern es steht vor allem der Erfahrungsaustausch im Vordergrund.
Anstelle des Marsches um den Segeberger See, fand in diesem Jahr ein Marsch um den Weddelbrooker See statt, der durch einige Aufgaben, die es zu erfüllen gab, einen besonderen Reiz hatte und bei allen Teilnehmern großen Zuspruch fand.
Erwähnenswert ist hier auch die Tatsache, daß einige Kameraden der Jugendfeuerwehr es zusammen mit Ihrem Betreuer Stefan Paululat geschafft haben, alle teilnehmenden Feuewehren aus dem Kreis Segeberg bei der Rallye des Kreisfeuerwehrverbandes zu schlagen und den ersten Platz zu belegen. Die Gruppe der aktiven Kameraden konnte dieses Ziel leider nicht ganz erreichen, konnte sich jedoch gut behaupten.
Bei zahlreichen Vergleichsschießen mit dem Schützenverein, der Stadt, der Bundeswehr und einigen anderen Vereinen und Verbänden waren wir in diesem Jahr ebenfalls wieder erfolgreich. Neben einigen 1. und 2. Plätzen, die wir in Mannschaftswertungen erreichten, erhielt der Kamerad Volker B. Mohr auch einen Pokal für den drittbesten Einzelschützen im Maschinenpistolenschießen und Holger Gebauer einen für den besten Einzelschützen im Kleinkaliberschießen. Außerdem konnten wir mit Hans-Jürgen Becker auch wieder den Volksschützenkönig aus unseren Reihen stellen.
Zum Schluß des Jahresberichtes möchten wir es nicht versäumen den Verantwortlichen der Stadt, allen voran der Bürgervorsteherin Frau Amthor und dem Bürgermeister Herrn Zobel, dem Magistrat und der Stadtvertretung, aber auch den Damen und Herren der Verwaltung, die für uns im Rathaus immer ein offenes Ohr haben, unseren Dank auszusprechen.
Dieses darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß der Fuhrpark der Feuerwehr nicht zu deren Vergnügen in der Fahrzeughalle steht, sondern daß mit diesem immer mehr Einsätze gefahren werden. Das die Einsätze ständig anspruchsvoller an Mensch und Gerät werden, sei hier nur kurz erwähnt. So ist es kein Wunder, das einige der Fahrzeuge bereits Alterserscheinungen haben, die aus der Vielzahl der Einsätze herrühren. Anhand der Ausfallzeiten, insbesondere vom Tanklöschfahrzeug TLF 16, das gerade in der noch trockenen Zeit mehrere Wochen ausgefallen war, wird dieses besonders deutlich.
Hier ist es für das Allgemeinwohl der Stadt notwendig, daß von uns geforderte Material in einem einsatzbereiten Zustand zu halten, sowie gegebenenfalls neu zu beschaffen. Die in 1995 sehr träge laufende Beschaffung des neuen LF 16, sowie die Einhaltung des aufgestellten Fahrzeugbeschaffungsplanes ist deshalb sehr wichtig, damit die Bürger der Stadt auch in den nächsten Jahren weiter Ihr Vertrauen in Mensch und Gerät stecken können.
Erfreulich war im Berichtsjahr auch die von Stefan Paululat bestandene Prüfung zum Arzt, denn welche Feuerwehr hat schon Ihren eigenen Arzt bei Ihren Einsätzen dabei. Davon haben wir nicht nur in der Vergangenheit profitiert, sondern werden es sicherlich auch in Zukunft tun.
Bedanken möchten wir uns auch bei der Polizei, dem DRK, dem THW, der DLRG und allen anderen Verbänden, die mit uns gemeinsam arbeiten.
Der größte Dank für die geleistete Arbeit im Jahr 1995 gilt aber wieder den Kameraden aus der Wehr und den Kameraden und Kameradinnen aus der Jugendfeuerwehr. Mögen diese auch 1996 nicht Müde werden und zum Wohle aller Bürger, EHRENAMTLICH und FREIWILLIG, wieder viele Aufgaben übernehmen und bewältigen.
Kaltenkirchen, den 31. Dezember 1995
Jürgen Wagner, HBM (Gemeindewehrführer), Holger Gebauer, LM (Schriftwart)