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Jahresbericht 1996

1. Mitglieder
2. Ausbildungsstand
3. Einsätze
4. Dienstplan
5. Veranstaltungen
6. Zusammenarbeit mit Kaltenkirchener Vereinen und befreundeten Verbänden
Abschließende Bemerkungen


1. Mitglieder

Die Freiwillige Feuerwehr Kaltenkirchen hatte am 31.12.1996 folgenden Personalstand:
7 Ehrenmitglieder, 78 Aktive Kameraden, 38 Kameradinnen und Kameraden in der Jugendfeuerwehr, 560 Passive Mitglieder

Im Berichtsjahr wechselte der Kamerad Joachim Wagner nach 40 Jahren aktiven Feuerwehrdienst in die Ehrenabteilung.

Neu hinzu kam der Kamerad Heinz Berchem, der bereits seit Anfang 1979 in der FF Weilerswist/Nordrhein-Westfalen und in Kattendorf aktiven Feuerwehrdienst leistete. Während dieser Zeit hatte er unter anderem auch den Posten eines Gruppenführers inne.

Aus der Jugendfeuerwehr wurden die Kameraden Andreas Gladosch, Steffen Heiden, Jens Herrmann, Carsten Körbl, Simon Pokar und Marco Wörmer übernommen.

Bedingt durch einen Wohnortwechsel verließen die Kameraden Andreas Gladosch und Jörn Ehrke im abgelaufenen Berichtsjahr die Wehr.

Die Zahl der passiven Mitglieder blieb konstant, da sich die Ein- und Austritte ausglichen.


2. Ausbildungsstand

Im Berichtsjahr 1996 wurde auf Gruppen- und Wehrdiensten, sowie auf den Sonderdiensten, wie der Atemschutz-, Drehleiter-, Gefahrgut-, Rüstwagen- und der Maschinisten- und Fahrerausbildung, aus- bzw. weitergebildet. Hier gilt der Dank allen Ausbildern der Wehr, die wie jedes Jahr zusätzliche Zeit in diese Aufgabe investierten.

Unser Dank gilt auch dem Jugendfeuerwehrwart Dirk Krell, der leider aus beruflichen Gründen in 1997 nicht mehr in dieser Funktion zur Verfügung steht. Ebenso danken möchte ich seinen Stellvertretern Danyel Leuschner und Heiko Kleist, sowie allen aktiven Helfern, die sich 1996 wieder der Betreuung und Ausbildung der Jugendfeuerwehrkameradinnen und -kameraden gewidmet haben.

Damit die Aus- und Weiterbildungen innerhalb der Wehr, sowie auf Kreisebene bei Lehrgängen des Kreisfeuerwehrverbandes aktuell durchgeführt werden können, war es auch im abgelaufenen Berichtsjahr notwendig, daß Kameraden an Lehrgängen beim Kreisfeuerwehrverband, an der Landesfeuerwehrschule in Harrislee und an der Landesfeuerwehrschule in Hamburg teilgenommen haben.

Folgende Lehrgänge wurden besucht:

Atemschutz: Fritz Haberlah, Heiko Kleist

TS-Maschinisten: Heiko Kleist, Malte Zelasek

Truppführer: Fritz Haberlah, Christian Reiser

Jugendfeuerwehrwart: Heiko Kleist

Grundlehrgang-Strahlenschutz: Dirk Krell, Karsten Radtke

Gefährliche Stoffe und Güter, Teil 2: Bernd Bendowski

Kreisausbilder Gefährliche Stoffe u. Güter: Holger Gebauer, Werner Steenbuck

Zugführung 1: Holger Gebauer, Dirk Krell, Volker Bruno Mohr

Fortbildung für Feuerwehrführer "Gefährliche Stoffe und Güter": Hans-Peter Schultheiß

Patientengerechte Rettung aus PKW: Dr. Stefan Paululat

Allen Lehrgangsteilnehmern herzlichen Dank dafür, daß Sie neben den normalen Ausbildungsdiensten und dem Einsatzgeschehen auch hierfür noch Zeit gefunden und Ihre Freizeit, in vielen Fällen sogar ihren Urlaub, für den Brandschutz geopfert haben.


3. Einsätze

1996 wurde das erste Mal in der 108 jährigen Kaltenkirchener Feuerwehrgeschichte die magische Grenze von 200 Einsätzen überschritten. Genaugenommen mußte die Wehr zu 207 Einsätzen ausrücken, was bedeutet, daß die Leitstelle in Bad Segeberg durchschnittlich alle 1,76 Tage zu einem Einsatz alarmierte.

62 Einsätze wurden davon an Wochentagen in der Zeit von 7:00 bis 17:00 Uhr, 69 in der Zeit von 17:00 bis 7:00 Uhr und 76 an den Wochenenden und an Feiertagen gefahren. 3375 Kameraden waren dabei 155,5 Stunden im Einsatz.

Betrachtet man diese Einsatzzahlen prozentual, so haben die Einsätze an den Wochentagen in der Zeit von 7:00 bis 17:00 Uhr um ca. 20%, die an Wochentagen in der Zeit von 17:00 bis 7:00 Uhr um 92% und an den Wochenenden und an Feiertagen um 81% zugenommen.

Hier gilt der Dank den Familien der Feuerwehrkameraden, denn die starke Zunahme fiel fast ausschließlich in die Freizeit.

Auf unser Gemeindegebiet entfielen 181 Einsätze, nachbarschaftliche Löschhilfe wurde von uns 26 mal gefordert und durchgeführt.

Die Einsätze gliedern sich wie folgt auf:
61 Kleinbrände, 24 Mittelbrände, 5 Großbrände

Darunter waren auch 17 Kraftfahrzeug- und vor allen Dingen 41 Containerbrände zu verzeichnen.

Schnelles und gezieltes Eingreifen, sowie natürlich auch ein bißchen Glück, verhinderten auch 1996 wieder einen Großbrand im Kaltenkirchener Stadtgebiet. Lediglich zwei größere Flächenbrände waren innerhalb unserer Gemeindegrenzen zu verzeichnen.

Zu drei Großfeuern mußten wir in unsere Nachbargemeinden Henstedt-Ulzburg und Bad Bramstedt ausrücken.

Im Rahmen der Technischen Hilfeleistung wurden von uns 6 Personen gerettet. 1 Person konnte leider nur tot geborgen werden.

Zu Sturm- und Wasserschäden, sowie zu sonstigen Hilfeleistungen wurden wir 37 mal gerufen. Hierzu gehörte es auch, im Februar, in und um Kaltenkirchen 17 Haushalte mit Brauchwasser zu versorgen, da deren Wasserleitungen eingefroren waren.

5 Ölspuren wurden durch uns abgestreut, 5 mal wurde von uns Öl und Benzin nach Verkehrsunfällen, 1 mal ein Gefahrstoff und 3 mal sonstige Stoffe aufgenommen.

Gewaltig "gestunken" hat uns ein Einsatz, bei dem es galt 250.000 Liter Gülle daran zu hindern, in die nahegelegene Krückau zu fließen.

Sicherheitswachen wurden von uns bei 2 Veranstaltungen, dem 2 Tage-Rennen Onkel-Tom’s-Hütte und dem Jahrmarkt, durchgeführt.

Einen festen Bestandteil in der Einsatzstatistik haben Fehlalarme. Hiervon hatten wir im abgelaufenen Jahr 44 zu verzeichnen, von denen 8 sogar böswillig waren. Verglichen mit dem Vorjahr ist das eine Steigerung um 62%.

Außerdem nahm die Wehr an 3 größeren Alarmübungen in und um Kaltenkirchen teil.


4. Dienstplan

Folgende Dienste wurden 1996 durchgeführt:
12 Arbeitstagungen des Vorstandes (sowie 1 Sitzung mit dem Magistrat der Stadt), 1 Jahreshauptversammlung, 8 Wehrdienste, 4 Zugdienste, 1 Alarmübung, 38 Gruppendienste, 2 Drehleiterausbildungen, 4 Gefahrgutausbildungen, 9 Maschinisten- und Fahrerausbildungen, 3 Rüstwagenausbildungen, 2 Atemschutzausbildungen (davon eine in Tinglev/Dänemark)

Auch 1996 haben wir wieder mit diversen Wehren des Kreises, mit haupt- und ehrenamtlichen Kräften vom DRK, dem THW und der DLRG zusammengearbeitet.

Erwähnt werden soll hier stellvertretend eine Übung mit den DLRG-Rettungstauchern, dem DRK Rettungsdienst, der SEG vom DRK und dem THW, bei der es nach einem Verkehrsunfall im Freizeitpark mehrere Verletzte zu retten galt.

Als einen der Höhepunkte konnte man 1996 wieder die Fahrt nach Tinglev/Dänemark bezeichnen, wo wir wieder die Gelegenheit hatten, mit unseren dänischen Freunden von der Freiwilligen Feuerwehr Hellevad gemeinsam zu üben. Neben den zahlreichen Atemschutzübungen in Gebäuden, bei dem das Brandhaus wieder den Höhepunkt bildete, überraschten uns unsere dänischen und deutschen Ausbilder diesmal mit zwei Verkehrsunfällen. Bei einem mußten 2 Personen aus einem brennenden PKW gerettet werden, bei dem anderen brannte ein Tanklastwagen in voller Ausdehnung, so daß wir hier nur mit dem Monitoranhänger aus sicherer Entfernung löschen konnten. Um weiteres Auslaufen zu verhindern, wurden zwei Kameraden mit Hitzeschutzanzügen direkt an das brennende Objekt geschickt. Hier gilt wieder unser besonderer Dank allen Kameraden und deren Frauen, die uns diesen schönen Tag ermöglichten.

Einsätze und Übungen verlangten auch im letzten Jahr wieder sehr viel Arbeit von unseren Atemschutzgerätewarten Claus Liebe und Uwe Schönhoff, die neben 169 Masken und 18 Vollschutzanzügen, auch noch alle eingesetzten Atemschutzgeräte nach jeder Übung und nach jedem Einsatz prüfen mußten. Es wurden dabei insgesamt 280.600 l Atemluft verbraucht.

Dem ehrenamtlichen Gerätewart Karsten Radtke, sowie seinen Helfern vom Technischen Dienst, haben wir es neben der Arbeit des hauptamtlichen Gerätewartes Volker Bruno Mohr zu verdanken, daß unsere Fahrzeuge und Ausrüstungen wieder in einem guten Zustand waren. Leider wird uns Volker Bruno Mohr als hauptamtlicher Gerätewart im März verlassen.

Der Technische Dienst leistete unter Karsten Radtke an 36 Tagen (jeweils ca. 3 Std.) mit 7 Kameraden der Aktiven- und der Jugendfeuerwehr ehrenamtlich 729 Std. technischen Dienst.

Die Fahrzeuge legten im vergangenen Jahr 18.484 km zurück, wovon alleine der Kleinbus 7436 km gefahren ist. Die Fahrzeuge der Technischen Einsatzleitung fuhren zusätzlich 4453 km.


5. Veranstaltungen

Folgende Veranstaltungen wurden im vergangenen Berichtsjahr durchgeführt:
06.01.96 Grünkohlessen in Tietjes Gasthof in Nützen, 27.04.96 Frühlingsfest in der Feuerwache, 03.08.96 Grillfest an der Feuerwache, 11.10.96 Laternenfest mit Umzug durch Kaltenkirchen, 15.11.96 Preisskat- und Knobelabend, 15.12.96 Kinderweihnachtsfeier, 19.12.96 Weihnachtsfeier der Wehr

Traditionell begann das Jahr mit dem Grünkohlessen in Tietjes Gasthof in Nützen, wo über 100 Kameraden, deren Frauen und natürlich die geladenen Gäste bis in den frühen Morgen ausgelassen feierten. Aufgeheitert wurde der Abend durch Kai Gräper der die Gäste im wahrsten Sinne des Wortes "verzauberte".

Anfang August wurde dann wieder die Bevölkerung zu einem Grillfest an die Feuerwache eingeladen. Bei stimmungsvoller Musik von der Feuerwehrkapelle Ellerau und gutem Wetter amüsierten sich zahlreiche Besucher bis in den späten Abend.

In den Herbstferien feierten wir das Laternenfest mit einem Umzug durch Kaltenkirchen. Auf dem Marktplatz konnte man sich vor und nach dem Umzug mit Gegrilltem und heißen Getränken stärken.

Alle Veranstaltungen waren hervorragend organisiert, so daß der Erfolg nicht ausblieb. Zu verdanken haben wir das zum größten Teil dem Festausschuß der Wehr mit Karl-Heinz Möller an der Spitze, sowie den Kameraden Lars Bardenhagen, Erich Blöcker, Kay Fischer, Peter Sünkel und Gerd Thies.


6. Zusammenarbeit mit Kaltenkirchener Vereinen und befreundeten Verbänden

Nachdem 1995 der Rettungsverband in Kaltenkirchen aus der Taufe gehoben wurde, beteiligte sich die Feuerwehr auch in 1996 aktiv an deren Aktivitäten. So entstand auch durch die enge Zusammenarbeit die Übung am Freizeitpark, bei der die Feuerwehr ihre Leistungsstärke erneut unter Beweis stellen konnte.

Bei einem Kinderfest im Freizeitpark zum Patenschaftsjubiläum mit der 3. Kompanie des Panzerbataillons 183 aus Boostedt, war auch die Feuerwehr aktiv mit einem Grillstand vertreten, so daß ein erwirtschafteter Überschuß später gespendet werden konnte. Außerdem erfreuten sich viele Kinder an den durchgeführten Rundfahrten.

Der Kreisfeuerwehrmarsch fand 1996 im Amt Bad-Bramstedt-Land statt, an dem wir uns ebenfalls mit einer Mannschaft beteiligten. Da die 10 km den Kameraden nicht ausreichten, nahm man kurze Zeit später an einem weiteren Marsch in Hellevad/Dänemark teil.
 

Abschließende Bemerkungen

Zum Schluß des Jahresberichtes möchten wir es nicht versäumen den Verantwortlichen der Stadt, allen voran der Bürgervorsteherin Frau Amthor und dem Bürgermeister Herrn Zobel, dem Magistrat und der Stadtvertretung, aber auch den Damen und Herren der Verwaltung, insbesondere dem Ordnungsamtsleiter Herrn Köhler, die für uns im Rathaus immer ein offenes Ohr haben, unseren Dank auszusprechen.

So konnte im Frühjahr eine neue Telefonanlage installiert und Ende des Jahres ein Teil des Feuerwehrgerätehauses mit einem Satteldach versehen werden. Ein weiteres Löschgruppenfahrzeug, ein LF16/H, konnte allerdings in 1996 noch nicht übernommen werden. Lange Ausfallzeiten des Tanklöschfahrzeuges TLF 16 (immerhin sechs Wochen) machten sich vor allem im Hochsommer stark bemerkbar. Weitere Ausfälle von diesem und anderen Fahrzeugen sind aufgrund der Einsatzhäufigkeit, man denke an die 207 Einsätze im abgelaufenen Jahr, zu erwarten. Bleibt zu hoffen, daß rechtzeitig ausreichende Mittel für die Ersatzbeschaffung des Fuhrparks zur Verfügung gestellt werden können.

Das dies in der heutigen Zeit nicht einfach ist und wahrscheinlich in Zukunft noch schwieriger wird, beweist die Tatsache, daß öffentliche Fördermittel, die genau für diesen Zweck zur Verfügung stehen, in Zukunft in andere Kanäle der Landesregierung fließen sollen. Aus diesem Grunde folgten auch zahlreiche Kameraden dem Aufruf des Landesfeuerwehrverbandes an einer Kundgebung in der Landeshauptstadt teilzunehmen. Dort wurde zusammen mit 8.000 anderen Feuerwehrfrauen und –männern erstmalig in der Geschichte des Verbandes gegen die Zweckentfremdung der Feuerschutzsteuer demonstriert.

Ob allerdings dieser imposante Aufmarsch der Feuerwehr Wirkung gezeigt hat, bleibt zu bezweifeln, da Vertreter der Politik genau wissen, und dieses auch laut sagen, daß die Feuerwehr, auch wenn die Mittel knapper wären und die Fahrzeuge zum Einsatz geschleppt werden müßten, dennoch ihren Einsatz verrichten.

Wir können nur hoffen, daß diese Politik, mit der wir Feuerwehrleute normalerweise überhaupt nichts zu tun haben, nicht dazu führt, daß Menschenleben auf dem Spiel stehen. Insbesondere, wenn es sich um Feuerwehrleute handeln würde, die beispielsweise durch bessere Schutzkleidung hätten gerettet werden können.

Bedanken möchten wir uns auch bei der Polizei, dem DRK, dem THW, der DLRG und allen anderen Verbänden, die mit uns gemeinsam arbeiten.

Der größte Dank für die geleistete Arbeit im Jahr 1996 gilt aber wieder den Kameraden aus der Wehr und den Kameraden und Kameradinnen aus der Jugendfeuerwehr. Mögen diese auch 1997 nicht Müde werden und zum Wohle aller Bürger, EHRENAMTLICH und FREIWILLIG, wieder viele Aufgaben übernehmen und bewältigen.

Kaltenkirchen, den 31. Dezember 1996


Jürgen Wagner, HBM (Gemeindewehrführer), Holger Gebauer, LM (Schriftwart)
 

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