Logo Stadt Kaltenkirchen Logo Kaltenkirchen kommt gut Feuerwache Kaltenkirchen
Neues LF 20/16 für die Feuerwehr Kaltenkirchen

Am 18.06.05 hat die Freiwillige Feuerwehr Kaltenkirchen ein neues Löschgruppenfahrzeug in Dienst gestellt.
Bei dem Fahrzeug handelt es sich um ein LF 20/16 nach neuer Norm. Dieses LF 20/16 ersetzt ein LF 16 der Firma Iveco Magirus aus dem Jahr 1984. Aus Kostengründen wurde die Ausschreibung zusammen mit der Stadt Norderstedt ausgeführt, weil dort zur gleichen Zeit der Bedarf an zwei neuen Löschfahrzeugen bestand.
Ausgeschrieben und beschafft wurde das Fahrzeug noch nach alter Norm - also als LF 16/12. Da aber zu diesem Zeitpunkt der neue Normentwurf bereits veröffentlicht war, wurde die Ausschreibung an der neuen Norm eines LF 20/16 ausgerichtet und von den Fahrzeugherstellern auch entsprechend angeboten. Da die Feuerwehr Kaltenkirchen bereits über einen RW 2 und ein LF 16/12 mit Hilfeleistungssatz verfügt, wurde auf die Ausschreibung eines HLF 20/16 mit Zusatzbeladung Technische Hilfeleistung nach neuer Norm verzichtet.

Das Fahrzeug ist aufgebaut auf ein Mercedes Fahrgestell Atego 1425 AF mit einer Leistung von 245 PS (180KW) und einem zulässigen Gesamtgewicht von 14 t. Der Aufbau und die Pumpe stammen von der Firma Schlingmann aus Dissen. Wir haben in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen mit der Firma Schlingmann gemacht und diese Firma war die einzige, die auf unsere Sonderwünsche eingegangen ist.
Für die Firma Schlingmann war es das zweite Fahrzeug, das sie mit dem neuen Facelifting des Mercedes Atego ausgeliefert hat.
Aus Kostengründen wurde erstmals in der neueren Geschichte der Feuerwehr Kaltenkirchen auf eine Volllackierung in tagesleuchtrot verzichtet. Das Fahrzeug wurde in der RAL-Farbe 9010 (weiß) lackiert und nach unseren Wünschen mit Folien in RAL 3026 (leuchtrot) beklebt. Bei dieser Beklebung haben wir uns an den neuen Fahrzeugen der Feuerwehr Kassel orientiert, ergänzt durch gelbe Reflexstreifen und Konturenmarkierung im "Kaltenkirchen-Design".

Das neue LF 20/16 wird als Erstangriffsfahrzeug bei Brandeinsätzen und als Fahrzeug im Gefahrguteinsatzzug dienen. Deshalb verfügt das Fahrzeug über insgesamt 7 PA-Geräte. 5 PA-Geräte lassen sich bereits während der Einsatzfahrt im Fahrzeug anlegen.
Ein PA-Gerät ist im Gruppenführer-Sitz integriert, im Mannschaftsraum befinden sich zwei Geräte in Fahrtrichtung und zwei entgegengesetzt der Fahrtrichtung. Ziel dieser Ausstattung ist es, einen Innenangriff mit einer 5 Mann starken Angriffsmannschaft durchführen zu können, wie er seit längerer Zeit bei der Feuerwehr Kaltenkirchen nach holländischem und amerikanischem Vorbild gelehrt und praktiziert wird.

Das Fahrzeug ist mit einem 2000 l Wassertank sowie zusätzlich einem Schaumtank ausgestattet, der in zwei Kammern aufgeteilt ist. In der einen Kammer befinden sich 150 l Mehrbereichsschaummittel und in der anderen Kammer 50 l Class A Schaummittel. Die beiden Schaummittel können dem Löschwasser durch ein fest eingebautes Zumischsystem der Firma Hale zugeführt werden. Die Zumischung erfolgt über eine Schaummittelpumpe vom Typ Hale Foam Master, die durchflussgesteuert eine exakte Zumischung erlaubt.
Im Heck befindet sich eine FP 10/2000 der Firma Schlingmann (S 2000) mit einer automatischen Wasserregulierung (AWR). Der Maschinistenstand ist über eine Heckklappe verschlossen, die in aufgeklapptem Zustand dem Maschinisten als Wetterschutz dient.
Als weitere Besonderheiten verfügt das Fahrzeug über vom Boden bedienbare mechanische Entnahmehilfen für die tragbaren Leitern vom Dach. Bei den Leitern handelt es sich um eine dreiteilige Schiebleiter sowie eine Mehrzweckleiter (wird auch Multifunktionsleiter genannt).

Zu diesem LF wurden drei Einpersonenhaspeln der Fa. Barth beschafft. Zwei Haspeln sind permanent am Heck angebracht. Eine Haspel enthält B-Schläuche und Geräte zur Wasserentnahme aus Unterflurhydranten, die andere Haspel ist mit einem Sprungretter der Firma Vetter ausgestattet. Der Sprungretter wurde auf der Haspel untergebracht, um ihn über längere Strecken besser und schneller transportieren zu können und um im Aufbauinnerem mehr Platz für andere Geräte zu schaffen.
Auf der dritten Einpersonenhaspel ist eine mit 2 x 50 kg ABC-Pulver Löschanlage untergebracht. Diese Pulverhaspel wird nach Anweisung des Einsatzleiters oder bei Gefahrguteinsätzen mitgenommen, um insbesondere bei Gefahrgutunfällen drei verschiedene Löschmittel zur Verfügung zu haben.

Des Weiteren verfügt das Fahrzeug über einen 11 kVA Stromerzeuger, der vom Maschinistenstand am Heck aus ferngestartet und im Fahrzeugaufbau betrieben werden kann. Der elektro-pneumatisch betriebene Lichtmast mit 2 x 1000 Watt Scheinwerfern wird ebenfalls mit einer an einem Spiralkabel befestigten Fernbedienung vom Heck aus gesteuert. Der Lichtmast befindet sich zwischen Aufbau und Mannschaftskabine.
Am Heck des Fahrzeuges ist eine Warnanlage BL 700 mit orangen Blitzleuchten und eine Heckkamera untergebracht, die sich beim Einlegen des Rückwärtsganges automatisch hinzuschaltet. Der Bildschirm für diese Kamera sitzt über der Windschutzscheibe beim Fahrersitz.
Zur weiteren Ausstattung gehört ein DN 25-50m formbeständiger Schnellangriffschlauch, der sich in der oberen Hälfte von Geräteraum 6 (G6) befindet. Der Schnellangriff lässt sich mit Hilfe eines Elektromotors wieder aufwickeln, so dass für diese Arbeiten nur noch eine Person erforderlich ist. Die Steuerung erfolgt über einen Fußtaster.
Weitere Beladungsgegenstände sind unter anderem vier Tragekörbe für C-Schläuche, die bei uns mit je einem 30 m C-Schlauch und einem 15 m C-Schlauch bestückt sind. So sind 45 m Schlauch im Korb, aber nur eine Kupplung, die eventuell im Gebäude verhaken könnte.
Im Geräteraum G2 befinden sich zwei Belüftungsgeräte der Firma Leader. Einer wird mit Benzin betrieben und der andere ist ein elektrisch angetriebener, ex-geschützter Lüfter, der auch in Gebäuden und ex-geschützten Bereichen eingesetzt werden darf, wie z.B. in Treppenhäusern vor Wohnungstüren. Im G2 sind dann noch die Kabeltrommeln (1 x normal, 1 x ex-geschützt), ein Stativ, eine Lichtbrücke, eine Kettensäge, eine Dachkettensäge und ein Trennjäger aus altem Lagerbestand untergebracht. Über dem Stromerzeuger, der sich im G1 befindet, sind ein Schornsteinfegergeschirr, ein Kasten mit Fognails und ein Kasten mit einem Türöffnungsgerät mit Akku-Schrauber. Im G3 befinden sich zwei PA-Geräte und eine Kühlbox mit Getränken zur Versorgung der Atemschutzgeräteträger. Im G5 sind unter anderem die Kübelspritze, ein ABC-Pulverlöscher, ein CO2-Löscher, ein Metallbrand-Pulverlöscher, ein Wasser-Ölsauger sowie Absicherungsmaterial untergebracht. Hier kommen erstmals faltbare Absperrhütchen zum Einsatz. In den Traversenkästen ist auf der einen Seite ein B-Schlauch mit Verteiler (Beifahrerseite) und auf der anderen Seite ist die Schaumzumischpumpe untergebracht.
Eine weitere Besonderheit ist die Frontsprühanlage. Sie kommt zum Einsatz bei großen Flächenbränden. Es können auch beide Schaumarten über die Frontsprühanlage abgegeben werden.
Wer sich das Erscheinungsbild des Fahrzeuges genauer begucken möchte, bekommt ab Mitte diesen Jahres dazu Gelegenheit. Dann erscheint das Fahrzeug als Sondermodell im Maßstab 1:87 in einer limitierten Stückzahl.

Verfasser: Björn-Jan Kleist
Datum der Veröffentlichung: 08.04.2006


LF 20/16 LF 20/16 LF 20/16 LF 20/16  

 

 

News

 Übersicht
 
 News 2012
 
 News 2011
 
 News 2010
 
 News 2009
 
 News 2008
 
 News 2007
 
 News 2006

 Startseite