Gemeinsame Übung der Jugendfeuerwehren Kaltenkirchen und Norderstedt
Am Samstag, den 6. Oktober wurde eine gemeinsame Übung der Jugendfeuerwehren Kaltenkirchen und Norderstedt bei der Firma Richard Behr & Co (RIBECO) in Kaltenkirchen durchgeführt. Ein Bericht über die Übung wurde am Montag, den 8. Oktober in der Segeberger Zeitung veröffentlicht.
Kaltenkirchen - Nichts anbrennen ließen am Sonnabend die Jugendfeuerwehren aus Kaltenkirchen und Norderstedt bei einer gemeinsamen Übung unter nahezu realistischen Einsatzbedingungen. Dabei wurde der 17-jährige Yannic Behrmann bei seiner Premiere als Einsatzleiter besonders gefordert.
Bei dem simulierten Unglücksfall auf dem Gelände der Firma Ribeco an der Boschstraße in Kaltenkirchen waren angeblich nach einem Kurzschluss erst ein Auto, daneben gelagerte Holzpaletten und schließlich eine Lagerhalle in Brand geraten. In dem Gebäude waren Arbeiter von giftigen Rauchschwaden überrascht worden und hatten ihr Bewusstsein verloren. Das Feuer drohte derweil auf eine weitere Halle überzugreifen – so das Drehbuch der Übung.
Kurz nach 14 Uhr wurde der Kaltenkirchener Brandschützer-Nachwuchs bei einem Routinedienst in der Feuerwache am Kisdorfer Weg von der Alarmmeldung „Großfeuer an der Boschstraße“ überrascht. „Yannic leitet den Einsatz“, lautete der Befehl des Ausbilders. Innerhalb weniger Minuten saßen die 28 Jugendfeuerwehrleute in vier Einsatzfahrzeugen. Mit Martinshorn und Blaulicht eilte der Konvoi zum Einsatzort und traf dort auf Einsatzkräfte der Norderstedter Jugendfeuerwehr, die ebenfalls alarmiert worden war. „Zunächst versuchte ich mir einen Überblick zu verschaffen. Dabei erfuhr ich, dass sich noch sieben Personen in der Lagerhalle befinden sollten“ , schildert Yannic Behrmann. Er bekam ohne Vorwarnung die Einsatzleitung aufgebürdet. Unter Anleitung erfahrener Ausbilder beorderte der Schüler über Sprechfunk mehrere Stoßtrupps zu den Hallentoren. Fast gleichzeitig teilte ihm Gruppenführer Nils Steenbuck (17) mit, dass auf dem Dach der acht Meter hohen Halle Personen gesichtet wurden. Sofort ließ der junge Einsatzleiter die Drehleiter ausfahren und schickte Lars Gebauer (13) und Dennis-Torben Ahrens (18) in die Höhe. Derweil bauten die Kaltenkirchener und Norderstedter Jugendfeuerwehrleute bis zu 300 Meter lange Schlauchstrecken auf. Nach zehn Minuten wurde der erste Vermisste gefunden. Jan Hefner (17) und Eduard Moser (17) schleppten das bewusstlose Brandopfer, gespielt von Dominik Mohr, aus der verqualmten Lagerhalle. Knapp eine halbe Stunde später waren alle angeblichen Opfer gerettet. „Die Übung hatte es in sich. Besonders schwer war es, den Überblick zu behalten. Aber meine Kameraden haben hervorragend reagiert, alle Rückmeldungen kamen prompt“, sagte ein erschöpfter, aber zufriedener Einsatzleiter.
Seinen Eintritt in die Jugendfeuerwehr vor fünf Jahren hat Yannic Behrmann, der an der Norderstedter Moorbekschule den Realschulabschluss anstrebt, bislang nie bereut. „Der Dienst bringt Spaß. Es ist ein gutes Gefühl, Menschen zu helfen. Außerdem habe ich mich ja freiwillig gemeldet.“ Brandschützerin aus Überzeugung ist auch die 17-jährige Rebecca Riedel: „Mich stört es nicht, bei der Feuerwehr etwas zu lernen, wenn andere feiern oder frei haben“. Auch der 17-jährige Eduard Moser ist voll bei der Sache: „Später möchte ich zur Berufsfeuerwehr. Darauf bereite ich mich schon vor.“
Stolz auf den Brandschützer-Nachwuchs war besonders Oberlöschmeister Jan Reiser von der aktiven Feuerwehr. Zusammen mit Eric Blöcker hatte er die Übung vorbereitet. „Das war eine prima Demonstration der Leistungskraft unserer Jugendwehr. Neun vermisste Personen innerhalb von etwa 40 Minuten aus einem so großen Gebäude zu retten und dazu noch einen Brand zu löschen, verdient großen Respekt“, meinte Reiser zufrieden. Insgesamt waren an der etwa eineinhalbstündigen Übung 16 Ausbilder beteiligt.
In der Kaltenkirchener Jugendfeuerwehr sind zurzeit 28 Kinder und Jugendliche, darunter zwei Mädchen, organisiert. Wer Interesse hat, in der Truppe mitzuwirken, kann sich an Jugendfeuerwehrwart Simon Wegenast (Telefon: 04191/801971) wenden.
Quelle:
Segeberger Zeitung
Link:
http://segeberg.nordclick.de/
erschienen am
8. Oktober 2007
Die folgenden Bilder wurden von der Segeberger
Zeitung zur Verfügung gestellt:
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