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Wettkampfmannschaft der Feuerwehr Kaltenkirchen von großartigen Wettkämpfen zurück

Weltmeisterschaft der Verkehrsunfallrettung 2008 in Cardiff/UK

Vom 09.07.08 bis 12.07.08 fanden in Cardiff/Wales die Weltmeisterschaften der Verkehrsunfallrettung statt. Dieser Wettkampf der Feuerwehren wurde zum 10. Mal von der World Rescue Organisation durchgeführt.

An 3 Wettkampftagen traten 30 Mannschaften aus 17 Nationen in einem sportlichen und fairen Wettkampf gegeneinander an. Die teilnehmenden Teams kamen aus der ganzen Welt und hatten zum Teil Reisen um den halben Globus auf sich genommen. Die Teams kamen aus Australien, Südafrika, Kanada, USA, Ghana, Serbien, Ungarn, Spanien, Frankreich, Luxemburg, Deutschland, Schweden, England, Wales, Schottland, Nordirland und Irland, um sich in der Verkehrsunfallrettung zu messen.

Nach einer beeindruckenden Eröffnungsfeier am Mittwochabend mit hervorragender musikalischer Untermalung und Vorstellung der teilnehmenden Teams mussten die Teams an den darauffolgenden Tagen drei Wettkämpfe absolvieren. Es ging immer darum, lebende Übungsdarsteller medizinisch zu betreuen und aus stark beschädigten Unfallfahrzeugen zu retten. Die besondere Herausforderung dabei war, dass es sich bei den Fahrzeugen ausschließlich um neuere Fahrzeuge handelte, die nicht älter als fünf Jahre alt waren und somit mit sehr moderner aktiver und passiver Sicherheitstechnik (verstärktes Material, Airbags usw.) ausgestattet waren und den Feuerwehren entsprechenden Widerstand entgegenbrachten.

Die einzelnen Szenarien mit realistischer Unfalldarstellung mussten in drei unterschiedlichen Zeitkategorien abgearbeitet werden. Im so genannten Rapid Szenario stand für die Rettung eines „bewusstlosen Verletzten“ nur 10 Minuten Zeit für das 5-Mann-Team zur Verfügung.
Im Standard-Szenario hatte das Team 20 Minuten Zeit, den Verletzten aus seiner Unfallsituation zu befreien. Das Complex-Szenario musste in 30 Minuten abgearbeitet werden. Hier mussten von einem 6-Mann Team zwei Verletzte aus den Unfallfahrzeugen befreit werden. Das in der Cardiff International Arena aufgebaute Szenario war den Teams vorher nicht bekannt. Die Teams brachten die bereitgestellten Geräte und Materialien von einem englischen Feuerwehrfahrzeug in den Einsatz, mit dem sie auch in die Arena gefahren wurden.

Die Aufgaben waren im Team klar verteilt. Der Gruppenführer übernahm die Erkundung und Beurteilung der Einsatzstelle und teilte seine Trupps nach den entsprechenden Erfordernissen ein. Ein Rettungsassistent übernahm die Betreuung der verletzten Person, unterstützt von einem Sicherungsmann. Zwei weitere Feuerwehrleute als Angrifftrupp übernahmen den technischen Geräteeinsatz. Nach der Lageerkundung musste zuerst das Unfallfahrzeug stabilisiert werden. Dann musste ein Erstzugang zum Verletzten geschaffen werden sowie Raum um den Verletzten herum geschaffen werden. Danach wurde ein Rettungsweg geschaffen (z.B. durch Entfernen von Türen oder des Fahrzeugdaches), um den Verletzten aus dem Fahrzeug zu retten.

Es besteht international ein wesentlicher Unterschied in der Fahrzeugrettung im Vergleich zum deutschen System. In fast allen Teilen der Welt stehen für diese Aufgabe sehr viel weniger Feuerwehrleute zur Verfügung als in Deutschland. Während, wie in diesem Wettkampf gezeigt, in den meisten Ländern fünf Feuerwehrleute im Einsatz sind, wird so ein Einsatz in Deutschland von mindestens neun Feuerwehrleuten durchgeführt.

Parallel zu diesen technischen Befreiungsübungen fand ein Wettbewerb zur medizinischen Versorgung von Unfallverletzten statt. Hier nahm ebenfalls ein Team aus zwei Kaltenkirchener Feuerwehrleuten teil. In einem realistischen Unfallszenario, allerdings ohne Einklemmung in einem Fahrzeug, musste ein Verletzter innerhalb von zehn Minuten nach modernem medizinischem Standard versorgt werden. Als Unfallsituationen wurden z.B. verunglückte Motorradfahrer, abgestürzte Fallschirmspringer oder verletzte Bauarbeiter mit entsprechend geschminkten Verletzungen dargestellt.

Der hervorragend organisierte Wettbewerb fand einen seiner Höhepunkt im so genannten. „Swap’s evening“ in der Feuerwache von Cardiff. Neben dem geselligen Beisammensein und dem Kennenlernen der Teams untereinander wurden hier Souvenirs der einzelnen Teams getauscht. Hierbei wechselten Mützen, T-Shirts und Abzeichen viele hundertfach ihren Besitzer.

Der Wettkampf schloss mit einer beeindruckenden Siegerehrung in angemessenem Rahmen in der historischen Stadthalle von Cardiff. Nach einer Einleitung durch eine Dudelsack-Band führte eine bekannte walisische Fernsehmoderatorin durch den Abend. Es gelang ihr immer wieder, die Bedeutung der Arbeit der Feuerwehren für den Schutz der Bevölkerung hervorzuheben. Nur durch die regelmäßige Schulung und Weiterbildung sowie die Anwendung von modernem Gerät und modernen Rettungstechniken ist die Feuerwehr darauf vorbereitet, auf alle erdenklichen Unfallsituationen zum Wohle des Bürgers zu reagieren. Die Wettkämpfe in Wales haben bei allen teilnehmenden Feuerwehren wesentlich dazu beigetragen, auf tatsächliche Unfälle im wirklichen Leben schnell und adäquat reagieren zu können.

Alle vergebenen Preise in den verschiedenen Wertungskategorien gingen an britische Teams.

Die Wettkampfgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Kaltenkirchen möchte an dieser Stelle noch einmal allen Sponsoren und Unterstützern für die ideelle, materielle und finanzielle Unterstützung danken, ohne die eine Teilnahme an diesen Weltmeisterschaften nicht möglich gewesen wäre. Neben dem Kennenlernen von Feuerwehrteams aus allen Teilen der Welt, sowie neuen Taktiken und Techniken wird das Wettkampfteam noch lange für das tägliche Leben davon profitieren, an so vielen realistischen Unfallszenarien geübt zu haben.

Verfasser: Brandmeister Dr. med. Stefan Paululat (Gruppenführer Wettkampfgruppe Freiwillige Feuerwehr Kaltenkirchen)
Datum der Veröffentlichung: 16.07.2008


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