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Feuerwehr Kaltenkirchen wieder Deutscher Meister

Am vergangenen Wochenende ist die Wettkampfgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Kaltenkirchen zum 2. Mal nach 2008 Deutscher Meister in der Verkehrsunfallrettung geworden. Bei den Vergleichswettkämpfen der Feuerwehren in Osnabrück belegte das Team vor den Feuerwehren Mönchengladbach und Neuburg/Donau den ersten Platz.

Jeden Tag sterben auf der ganzen Welt ca. 3000 Menschen bei Verkehrsunfällen auf der Straße. Eine optimale Vorbereitung auf schwere Verkehrsunfallsituation ist daher für die Feuerwehren eine zwingende Verpflichtung. Neben dem abwehrenden Brandschutz ist die technische Hilfeleistungen eine der wichtigsten Aufgaben der Feuerwehren.

Um die Ausbildung der Feuerwehren auf dem Gebiet der technischen Rettung zu verbessern, wurde die Vereinigung zur Förderung des deutschen Unfallrettungswesens ins Leben gerufen. Diese hat nun am 8. August in Osnabrück den 3. nationalen Vergleichswettkampf der Feuerwehren in der Verkehrsunfallrettung ausgerichtet. Ziel war es, in einem fairen Vergleichswettkampf die Fähigkeiten der teilnehmenden Feuerwehren auf dem Gebiet der Unfallrettung zu vergleichen, von einander zu lernen und Erfahrungen auszutauschen. Die zehn teilnehmenden Mannschaften wurden mit sehr aufwendig und realistisch gestalteten Unfall-Szenarien konfrontiert, in denen sie schnell und sachgerecht die erforderlichen Maßnahmen treffen mussten, um Menschenleben zu retten. Neben dem taktischen Vorgehen und der technischen Rettung stand die Sicherheit der Übungsdarsteller sowie der Einsatzkräfte zusätzlich zur medizinischen Betreuung im Vordergrund.

Jede Mannschaft erhielt ein ihr unbekanntes neues Szenario und musste eine lebende Übungsdarstellerin aus dem Fahrzeug retten.

Die erste Aufgabe, die das Team Kaltenkirchen zu bewältigen hatte, war das sogenannte Rapid Pit. Ziel war es, die Patientenrettung innerhalb von 10 min bei begrenztem Geräteeinsatz durchzuführen. Das Szenario bestand aus einem PKW, auf dessen Dach ein Baumstamm lag und wo der Zugang zur Patientin durch einen Stromkasten behindert wurde. Nach Stabilisierung des Fahrzeuges wurde unter Berücksichtigung von maximalem Schutz für Patientin und Retter ein Rettungsweg durch die Heckklappe gewählt.

Das zweite Szenario war das sogenannte Standard Pit. Es galt eine schwierige technische Rettung mit unbegrenztem Geräteeinsatz innerhalb von 20 Minuten durchzuführen. Die Unfallsituation bestand aus einem Kombi-PKW, der auf der Seite lag und mit seinem stark deformierten Dach zu einer Betonleitplanke zeigt. Außerdem lag wieder ein Baumstamm an der Seite des PKW. Nach Stabilisierung des Fahrzeuges war hier die Abtrennung des verformten Daches erforderlich, um die Patientin zu retten.

Die Mannschaft bestand aus 6 Feuerwehrleuten mit folgender Aufgabenverteilung: Brandmeister Dr. med. Stefan Paululat als Gruppenführer (Teamleitung), Löschmeister Heiko Kleist als Medic (Innerer Retter zur Betreuung der verletzten Person), Hauptfeuerwehrmänner Björn-Jan Kleist und Bastian Schreiner als Tool (zwei Mann als Angriffstrupp zur Durchführung der technischen Rettung) sowie Hauptfeuerwehrmänner Lars Steenbuck und Ralf Storjohann als Safe (zwei Mann als Sicherungstrupp).

Neben der Herausforderung, die aufwendig gestalteten Szenarien zu bewältigen, ist das Besondere dieses Wettkampfes, neue Feuerwehrleute aus ganz Deutschland kennenzulernen und die unterschiedlichen technischen Vorgehensweisen der einzelnen Teams zu vergleichen. Jeder Wettkampf beinhaltet immer auch Erfahrungsaustausch und Lernen voneinander.

Die Teammitglieder übten neben der normalen ehrenamtlichen Feuerwehrtätigkeit einmal wöchentlich in ihrer Freizeit für diesen Wettkampf. Der besondere Dank des Teams gilt der Firma Kiesow Autoverwertung in Norderstedt, die durch das großzügige Bereitstellen von Schrottautos und Übungsplatz diesen Erfolg überhaupt erst möglich gemacht hat.

Die Mannschaft der Feuerwehr Kaltenkirchen war die einzige teilnehmende Mannschaft aus Schleswig-Holstein und Hamburg.

In der Einzelwertung belegte Löschmeister Heiko Kleist als Innerer Retter den hervorragenden zweiten Platz. Gruppenführer Dr. Stefan Paululat erhielt ebenfalls den zweiten Preis in der Einzelwertung der Teamleiter.

Die Feuerwehr Kaltenkirchen erhält nun das Recht an der Weltmeisterschaft der Verkehrsunfallrettung vom 21. bis 24. Oktober in Frankfurt am Main teilnehmen zu dürfen. Die Weltmeisterschaft der World Rescue Organisation findet zum ersten Mal in Deutschland statt. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, sucht das Wettkampfteam dringend Sponsoren, um die Startgebühren für die Teilnahme aufbringen zu können. Nähere Informationen dazu gibt es von Dr. Stefan Paululat unter Tel. 04191-77277.

Verfasser: Stefan Paululat
Datum der Veröffentlichung: 11.08.2009
 


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